Gesundheitsberuferegister-Gesetz | Öffentliches Register für Gesundheitsberufe

 

Logo © Gesundheitsberuferegister

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

Ab Mitte 2018 wird in Österreich ein öffentliches Register für Gesundheitsberufe aufgebaut. Die Basis dafür bildet das bereits in Kraft getretene Gesundheitsberuferegister-Gesetz.

Das Gesundheitsberuferegister und der neue Berufsausweis machen die Qualifikationen der Berufsangehörigen sichtbar, sorgen für mehr PatientInnensicherheit und erleichtern die Bedarfsplanung.

  • Alle Personen, die AM 1. Juli 2018 in einem der betroffenen Gesundheitsberufe tätig sind, müssen sich zwischen Juli 2018 und Juni 2019 registrieren lassen
    Als Registrierungsbehörde wurden die Bundesarbeitskammer und die Gesundheit Österreich GmbH beauftragt.
  • Jene, die AB 2. Juli 2018 neu auf den Arbeitsmarkt gelangen, müssen vorab einen Antrag auf Registrierung stellen.

Weitere Informationen finden Du im beigefügten Folder und unter www.gbr.gv.at

Folder Registrierung für Gesundheitsregister (als PDF)     Registrierung f. Gesundheitsb

https://tirol.arbeiterkammer.at/service/index.html

Wie funktioniert die Registrierung ?                                                                     Was ist ein Gesaundheitsberuferegister ?

Antrag auf Eintragung in das GBR – DGKP            GBR_Antrag_DGKP (2)

Antrag auf Eintragung in das GBR – MTD              GBR_Antrag_MT   (1)

Antrag auf Eintragung in das GBR – PA / PFA       GBR_Antrag_PA_PFA

Ausfüllhilfe für den Antrag auf Eintragung in das Gesundheitsberuferegister        Ausfuellhilfe

Beiblatt zum Antragsformular Vertrauenswürdigkeit        Vertrauenswuerdigkeit

Unterschriftsblatt Berufsausweis        Unterschriftsblatt (1)

Ärztliches Attest        GBR_Aerztliches_Attest (1)

Zustellvollmacht        GBRG_Zustellvollmacht

Änderungsmeldung        Aenderungsmeldung

Berufseinstellung             Berufseinstellung

Wer wird registriert?

Die Berufstätigen und BerufseinsteigerInnen der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der gehobenen medizinisch-technischen Dienste werden registriert. Das sind weit über 120.000 erwerbstätige Menschen und jährlich ca. 10.000 AbsolventInnen in folgenden Berufen:

  • Biomedizinische/r AnalytikerIn
  • Diätologin und Diätologe
  • Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerIn
  • ErgotherapeutIn
  • Logopädin bzw. Logopäde
  • OrthoptistIn
  • PflegeassistentIn (inkl. Sozialbetreuungsberufe)
  • PflegefachassistentIn
  • PhysiotherapeutIn
  • RadiologietechnologIn

 

Welche Vorteile bringt das Register?

  • Mehr Anerkennung: Nur wer die entsprechenden Qualifikationen hat, wird registriert und erhält einen offiziellen Berufsausweis
  • Weniger Papierkram: Bei einem ArbeitgeberInnenwechsel ist das Zusammentragen und Vorlegen von Nachweisen nicht mehr notwendig. Zukünftige Arbeitgeberinnen können auf die im Register ausgewiesene Qualifikation und Eignung vertrauen
  • Höhere Mobilität: Mit dem Register wird ein europäischer Standard erreicht und erleichtert die Berufsausübung und den Arbeitsplatzwechsel in ganz Europa
  • Mehr Sicherheit: Alle PatientInnen können online die Ausbildungen, Arbeitsschwerpunkte und Zusatzqualifikationen einsehen. Das erhöht die Qualitätssicherheit und die Wahlmöglichkeiten für Patientinnen
  • Versorgung: Die statistischen Auswertungen der Informationen helfen bei der Bedarfsplanung und beim Erkennen von Versorgungslücken

 

Welche Registrierungsbehörden sind zuständig?

  • Die AK führt die Registrierung für die AK-Mitglieder durch (Angestellte, Karenzierte, Arbeitslose und Arbeitssuchende)
  • Die Gesundheit Österreich GmbH registriert die (überwiegend) freiberuflich Tätigen und Ehrenamtliche

Drei Möglichkeiten zur Registrierung

Um einen Antrag auf Eintragung in das Gesundheitsberuferegister zu stellen, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder wird der Antrag direkt im Betrieb, persönlich bei der Arbeiterkammer oder online mittels Bürgerkarte bzw. Handysignatur eingereicht.

Im Betrieb:

Wo es möglich ist, bietet die Arbeiterkammer eine Registrierung direkt im Betrieb an. Der Termin und der genaue Ablauf werden zwischen der AK Registrierungsbehörde und dem jeweiligen Unternehmen vereinbart. Die Namen der Einrichtungen befinden sich ab Juli 2018 auf der Webseite der für Sie zuständigen Arbeiterkammer. Auskünfte erteilen auch der jeweilige Betriebsrat oder Arbeitgeber.

Bei der Arbeiterkammer:

Falls in dem Unternehmen, in dem Sie arbeiten, keine Registrierung vor Ort stattfindet, wenden Sie sich bitte an die zuständige Arbeiterkammer. Für die persönliche Antragstellung in der Arbeiterkammer ist unbedingt eine Terminvereinbarung notwendig.

Online:

Die Online-Antragstellung ist unter www.gbr.gv.at möglich. Für den Zugang zur Online-Registrierung benötigt man eine Handysignatur oder eine Bürgerkarte. Alle erforderlichen Dokumente müssen selbstständig hochgeladen werden.

ACHTUNG!

Der Antrag kann nicht per E-Mail oder auf dem Postweg eingereicht werden !!!

Ausfüllhilfe für das Antragsformular:
Im Download-Bereich kann eine Ausfüllhilfe mit zahlreichen Hinweisen heruntergeladen werden. Jeder Punkt des Antrages wird darin einzeln erklärt.

Wie erfolgt die Registrierung?

Für die Registrierung sind ein ausgefülltes Formular sowie die erforderlichen Dokumente notwendig. Diese können ab dem 1. Juli 2018 persönlich oder online eingebracht werden. Um die Registrierung online durchführen zu können, ist zusätzlich eine elektronische Signatur erforderlich. Die Registrierung ist in jedem Fall kostenlos.

Berufstätige: Wenn Sie am 1. Juli 2018 bereits in einem Gesundheitsberuf tätig sind, müssen Sie sich zwischen dem 1. Juli 2018 und 30. Juni 2019 registrieren lassen und inzwischen weiterarbeiten. Dazu zählen auch jene Berufsangehörigen, die laut Arbeitsvertrag am 1.Juli 2018 Arbeitsbeginn haben und somit beim Start des Registers berufstätig sind.

BerufseinsteigerInnen: Wenn Sie nach dem 1. Juli 2018 ihren Gesundheitsberuf oder nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen, müssen Sie sich bereits vor der Erwerbstätigkeit registrieren lassen.

Der Berufsausweis

Ausweis für Gesundheitsberufe © Fotolia, sebra, drubig-photo

Nach dem erfolgreichen Registrierungsverfahren erfolgt die Zustellung des Berufsausweises per Post. Die Registrierung und der Berufsausweis sind dann fünf Jahre gültig. Vor Ablauf erhalten Sie rechtzeitig ein Erinnerungsschreiben von der Registrierungsbehörde.

Welche Dokumente werden benötigt?

Berufstätige benötigen für die erfolgreiche Registrierung nur folgende Nachweise:

  • Nachweis der Identität und Staatsangehörigkeit (z.B. Reisepass)
  • Qualifikationsnachweis entsprechend den berufsrechtlichen Vorschriften (z.B. Zeugnis, Diplom)
  • Passfoto

Wenn Sie erst nach dem 1. Juli 2018 zu arbeiten beginnen, benötigen Sie zusätzlich folgende Unterlagen:

  • Nachweis der Vertrauenswürdigkeit* (z.B. Strafregisterbescheinigung) für die letzten fünf Jahre, und zwar aus jenen Staaten, in denen Sie sich mehr als sechs Monate aufgehalten haben
  • ärztliches Zeugnis über die gesundheitliche Eignung*
  • Nachweis über deutsche Sprachkenntnisse, sofern sich diese nicht aus der Ausbildung oder dem Berufsweg ergeben

Bei persönlicher Antragstellung sind die Unterlagen im Original oder in beglaubigter Kopie vorzulegen.

Fremdsprachigen Nachweisen ist auch eine beglaubigte Übersetzung durch gerichtlich beeidete Dolmetscherinnen beizulegen.

Nach der inhaltlichen Überprüfung aller vorgelegten Unterlagen, erhalten Sie von der Registrierungsbehörde eine Bestätigung. Mit dieser können Sie in Ihrem Gesundheitsberuf tätig werden.

* Die Nachweise dürfen bei Antrag nicht älter als drei Monate sein!

Die Arbeiterkammer als „Registrierungsbehörde“

  • Effizient: Der überwiegende Anteil der zu registrierenden Beschäftigten und BerufseinsteigerInnen sind AK Mitglieder
  • Serviceorientiert: Mit 90 Beratungszentren in allen Bundesländern ermöglicht die AK die Registrierung rasch und unbürokratisch. In größeren Betrieben ermöglicht die AK eine Registrierung vor Ort.
  • Vertrauenswürdig: Die AK ist eine neutrale, demokratisch legitimierte Institution und gilt den Österreicherinnen als vertrauenswürdigste Institution
  • Vorteilhaft: Die AK wird für die Registrierung bzw. den Aufbau und die Verwaltung des Registers keine Kosten in Rechnung stellen. Darüber hinaus hat die AK erreicht, dass auch die ursprünglich vorgesehene Vergebührung beim Finanzamt weggefallen ist
  • Sicher: Die AK hat mit mehr als drei Millionen Mitgliedern das nötige Know-how in der Verarbeitung von großen Datenmengen und kann höchste Datensicherheit gewährleisten

Mit kollegialen Grüßen

Joe Haratzmüller

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Tel.Nr.:   05 0301 DW 28 101
Fax Nr.:  05 0301 DW 78 104

GEWERKSCHAFT DER PRIVATANGESTELLTEN,
DRUCK, JOURNALISMUS, PAPIER (GPA-djp)
Regionalsekretariat TIROL
Südtiroler Platz 14-16
6010 Innsbruck
www.gpa-djp.at/mitgliedwerden

URL: http://www.gpa-djp.at

ZVR-Nr. 5764393

www.wie-soll-arbeit.at

ÖGB / Arge FGV Fachgruppe

FGV Logo - Home

TIROL

Siegele Bertram, Mag.
Vorsitzender des
Landesvorstandes der ÖGB / ARGE-FGV-Tirol

   Tel .:  +43 (0) 512 50422279
E-Mail: bertram.siegele (at) tirol-klinken.at

Landesbeirat   besteht aus:

younion                                                          SCHÖPF Wolfgang
GOTT                                                               Siegele Bertram, Mag.
GPA-DJP                                                         Luxner Margit
vida                                                                     KNAPP Ambros

LANDESVORSTAND

younion                                                                      Kapfinger Ursula 
                                                                                          Michael   Alexander                           
     GOTT
RANTNER Monika
SEIWALD Johann
FRIEDRICH Ruth
OBMASCHER Markus
PROFETER Massimo
RUSSINGER Daniela, Mag.
SCHÖPF-ELLER Annegret
STÖCKL Alois
WAIBL Günther
HÖDL Gerhard
GPA-DJP                                                                         Haratzmüller Joe
                                                                                                  Weber Ursula
vida                                                                                       Stimpfl Edith

 

 

                                                                                  

                        

                        

                        

                  

 

 

        

 

vida                

.

Kapfinger Ursula

MICHAEL Alexander

FRIEDRICH Ruth

HÖDL Gerhard

Obmascher Markus

PROFETA Massimo

Rantner Monika

Russinger Daniela, Mag.
SCHÖPF-ELLER Annegret
SEIWALD Johann
STÖCKL Alois
Waibl Günther

HARATZMÜLLER Joe

WEBER Ursula

STIMPFL Edith

                                                                MICHAEL Alexander

VERTRETER

younion  

GOTT               

GPA-DJP          

vida                 

der Gewerkschaften

TOMASINI Claudia

Grossl-Wechselberger Petra

Zisler Verena, Mag.

WOHLGEMUTH Philipp

Beschluss der Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes

 

„Gesundheitsberufe versorgungsorientiert ausrichten und attraktiver gestalten“ ist ein erklärtes Ziel der Bundesregierung, wie dieses Zitat aus dem Kapitel Gesundheit des Regierungsprogramms zeigt. Diesem Ziel hat sich das Bundesministerium für Gesundheit, allen voran Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, in den letzten Monaten intensiv gewidmet. Im vergangenen Sommer war ein umfassender Reformentwurf zur Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in Begutachtung. Nach intensiven und langen Verhandlungen, die die teilweise sehr unterschiedlichen Interessenslagen der Länder, Berufsvertretungen, Langzeitpflegeeinrichtungen und Behindertenorganisationen widerspiegelten, ist es nun Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser gelungen, einen ausgewogenen und zukunftsorientierten Entwurf in den Ministerrat zu bringen.

O-Ton Sabine Oberhauser: „Die Reform der Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege begleitet mich seit meinem Amtsantritt. Ich freue mich, den Entwurf nach intensiven Vorarbeiten nun im Ministerrat beschließen zu können. Die umfassenden Änderungen, die die Reform mit sich bringen wird, haben wir in einem langen Prozess breit und unter Beteiligung aller Betroffenen diskutiert. Dabei war unser Ziel stets, eine hohe Ausbildungsqualität zu gewährleisten und eine optimale und bedarfsorientierte Versorgung sicherzustellen.“

Wesentlicher Inhalt des vorliegenden Entwurfs:
Der Entwurf sieht eine 3-gliedrige Ausbildung im Bereich der Pflege vor:
1) Bisherige Pflegehilfe wird zur Pflegeassistenz (PA):
– Ausbildungsdauer bleibt wie bisher 1 Jahr, allerdings höherer Theorieanteil mit Schwerpunkt Langzeitpflege möglich
– Aktualisierung des Berufsbildes und Bereinigung um hauswirtschaftliche Tätigkeiten
– Tätigkeitsbereiche der PA (Aufzählung in § 83):
o Mitwirkung beim Pflegeassessment
o Beobachtung des Gesundheitszustandes
o Durchführung der ihnen entsprechend ihrem Qualifikationsprofil von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und
Krankenpflege übertragenen Pflegemaßnahmen
o Information, Kommunikation und Begleitung
o Mitwirkung an der praktischen Ausbildung in der Pflegeassistenz
o Handeln in Notfällen (bspw. Erkennen und Einschätzen von Notfällen und Setzen entsprechender Maßnahmen, Durchführung lebensrettender
Sofortmaßnahmen – solange Arzt/Ärztin nicht zur Verfügung steht)
o Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie im Einzelfall, nach schriftlicher ärztlicher Anordnung und unter Aufsicht von Ärztinnen/Ärzten oder
des gehobenen Dienstes (bpsw. Durchführung von Mikro- und Einmalklistieren; Blutentnahme aus der Vene, außer bei Kindern; Anlegen von
Wickeln, Bandagen und Verbänden; Verabreichung von subkutanen Insulininjektionen etc.)

2) Neu: Einführung Pflegefachassistenz (PFA):
– Ausbildungsdauer 2 Jahre
– durchlässige aufgebaute Ausbildungsmöglichkeiten
– Unterstützung und Entlastung des gehobenen Dienstes
– PFA kann ohne verpflichtende Aufsicht tätig werden
– Schaffung des Zugangs zur Berufsreifeprüfung, Möglichkeit von zielgruppenspezifischen Studiengängen für die Ausbildung zum gehobenen Dienst
der Gesundheits- und Krankenpflege an Fachhochschulen

Ziel: Bildungssackgassen verhindern und Durchlässigkeit erreichen
– Tätigkeitsbereiche der PFA (Aufzählung in § 83a):
eigenverantwortliche Durchführung aller Aufgaben der Pflegeassistenz
nach Anordnung, aber ohne verpflichtende Aufsicht,
weiter Tätigkeiten im Rahmen der Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie, wie
o standardisierte diagnostische Programme (z.B. EKG, EEG, Lungenfunktionstest)
o Legen und Entfernen von transnasalen und transoralen Magensonden Setzen und Entfernen von transurethralen Kathetern bei der Frau,
ausgenommen bei Kindern,
o Ab- und Anschluss laufender Infusionen, ausgenommen Zytostatika und Transfusionen mit Vollblut und/oder Blutbestandteilen, bei liegendem
periphervenösen Gefäßzugang,
o Anlegen von Miedern, Orthesen und elektrisch betriebenen Bewegungsschienen nach vorgegebener Einstellung
o etc.

3) vollständige Überführung der Ausbildung im gehobenen Dienst der Gesundheits-und Krankenpflege von den Schulen in den tertiären Bildungssektor, d.h. auf FH-Niveau im Rahmen einer angemessenen Übergangsfrist:
– dadurch Anschluss an den europäischen Standard
– aktualisiertes praxisorientiertes Berufsbild durch neu gestaltete und klar definierte Kompetenzbereiche (exakte Aufzählung in §§ 14, 14a, 15, 15a
und 16), zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen und Pflegepersonal
– im Berufsalltag Möglichkeit der Weiterverordnung von Medizinprodukten, welche den PatientInnen eine große Erleichterung bringt
– Entlastung des gehobenen Dienstes durch Tätigwerden der PFA ohne verpflichtende Aufsicht und klare Festlegung des Tätigkeitsbereichs in Diagnostik und Therapie

Erläuterungen
Durch die Reform der Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege wird sowohl auf internationale als auch auf nationale Veränderungen in der Versorgung reagiert. Mit Ausnahme von Deutschland ist die Ausbildung des gehobenen Dienstes in der Gesundheits- und Krankenpflege auf tertiärem Bildungsniveau angesiedelt. In Österreich ist zwar seit 2008 auch eine Ausbildung in diesem Bereich auf FH-Niveau möglich, allerdings war die Parallelität der Ausbildung auf Schul- und FH-Niveau als Übergangslösung gedacht.
Ein Fortführen des Nebeneinander-Bestehens der Ausbildungswege zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege – bei demselben Berufsbild einmal auf Sekundarniveau, einmal auf tertiärem Niveau – erscheint auf Dauer problematisch. Daher wird nun die Ausbildung an den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen sanft auslaufen – mit einer angemessenen Übergangsfrist für die Schaffung ausreichender Ausbildungsplätze an Fachhochschulen.

Da die Pflegeassistenz (vormals Pflegehilfe) Teil der Ausbildung fast aller auf Länderebene geregelter Sozialbetreuungsberufe (bspw. Altenarbeit, Familienarbeit) ist, hat sich das BMG um die Kompatibilität der Pflegereform mit den Sozialbetreuungsberufen bemüht. Die Ausbildung sowohl für die Pflegeassistenz als auch für die Pflegefachassistenz ist an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege möglich. Selbstverständlich können bestehende Gesundheits- und Krankenpflegeschulen für die Ausbildungen der PA und der PFA weiterhin genützt werden.

Für die berufliche Erstausbildung sollen Personen eine Ausbildung in der Pflegefachassistenz absolvieren, um eine breite berufliche Erstausbildung zu erwerben. Die Ausbildung in der Pflegeassistenz ist insbesondere als Ausbildung im zweiten Bildungsweg bzw. in der Erwachsenenbildung attraktiv.

Warum 3-Kompetenzstufen?
Die Verteilung der Tätigkeiten in der Pflege soll verbessert werden. Derzeit sind die PflegehelferInnen in der Praxis mit patientenfernen Tätigkeiten überfrachtet. Gleichzeitig übernehmen Angehörige des gehobenen Dienstes Tätigkeiten, die nicht ihrer hohen Qualifikation nach einer dreijährigen Ausbildung entsprechen. Die neue Kompetenzabstufung soll einen bedarfsgerechten und kompetenzentsprechenden Einsatz der drei Gesundheits- und Krankenpflegeberufe in allen Settings ermöglichen.

Eine Evaluierung wird überprüfen, ob der Einsatz der Pflegeassistenz in den Krankenanstalten langfristig weiterhin nötig sein wird.

Ziele der Reform
1. Gewährleistung einer optimalen und bedarfsorientierten Versorgung durch Anpassung der Berufsbilder an die Anforderungen an das heutige Versorgungssystem: Jede/r soll dafür eingesetzt werden, wofür sie/er ausgebildet wurde.

2. Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen den drei Berufsbildern, so dass keine Bildungssackgassen entstehen und berufliche Weiterbildung gefördert wird: beginnend mit einjähriger Ausbildung zur PA, dann Möglichkeit der Ausbildung zur PFA und schließlich Zugangs zur FH-Ausbildung, die durch den Zugang zur Berufsreifeprüfung erleichtert wird.

Inkrafttreten und Evaluierung
Die Reform soll zur Erleichterung der Umsetzung gestaffelt in Kraft treten:
Mit 1. September 2016 treten die zentralen Bestimmungen in Kraft und somit auch die Möglichkeit der Ausbildung in den beiden Pflegeassistenzberufen (also PA und PFA). Eine umfassende Evaluierung der Reformschritte und das Zusammenspiel der einzelnen Berufsgruppen sind für Ende 2023 vorgesehen.

Die vollständige Überführung des gehobenen Dienstes auf FH-Niveau soll bis Anfang 2024 erfolgen. Gelingt dies nicht – wie vorgesehen – bis Anfang 2024, kann die Bundesministerin für Gesundheit das Außerkrafttreten der Ausbildung an Schulen für den gehobenen Dient für Gesundheits- und Krankenpflege durch Verordnung um einen angemessenen Zeitraum erstrecken; dies freilich erst nach Prüfung, ob die bestehenden bzw. bis dahin in den einzelnen Bundesländern geschaffenen Ausbildungsplätze an den Fachhochschulen bzw. an Schulen für Pflegeassistenzberufe eine ausreichende und bedarfsdeckende Versorgung mit entsprechend qualifiziertem Pflegepersonal bundesweit sicherstellen.

ARGE-FGV Tirol

17.12.14

Wir sind für alle da!

Als Vorsitzender der FGV ÖGB Gesundheitsberufe Tirols darf ich feststellen, dass wir uns voll und ganz für die Gesundheitsbetriebe einsetzen. Vieles konnten wir erreichen, die Gegenwart und die Zukunft stellen neue Herausforderungen, die wir zu bewältigen haben.

Es ist mir ein Anliegen, mit der neuen Bundesministerin für Gesundheit und den Vorsitzenden der Bundesvertretung 09 in der GÖD, Gesundheits- und Sozialberufe bestens zusammenzuarbeiten, um die notwendigen Reformen anzugehen bzw. durchzusetzen.

Es ist mehr als notwendig, dass seine Reform aller nicht ärztlichen Gesundheitsberufe erarbeitet wird. Wir brauchen  Reformen um den jungen Menschen für unsere Gesundheitsberufe zu gewinnen.

 

Vorsitzender der FGV - Tirol
Bertram Siegele Vorsitzender der FGV-Tirol

 

 

 

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