Geschafft !! SWÖ-KV-Abschluss (!?) +2,5% für alle Beschäftigten ab 1. Februar 2018

Mail ergeht an alle BRs im WB 17, an den BA WB 19 und an die betreuenden RegionalsekretärInnen und einen internen Verteiler

Liebe Kollegin,

lieber Kollege,

die vielen Aktionen, Betriebsversammlungen, Unterschriften(listen), Solidaritätsbekundungen und Streiks haben dazu geführt, dass wir heute in den Nachtstunden einen Kollektivvertragsabschluss für die rund 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft erreichen konnten. In der sechsten Verhandlungsrunde haben sich die GPA-djp und die Gewerkschaft vida mit den Arbeitgebern auf eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,5 %, jedoch mindestens 48 Eurogeeinigt.

​Die Erhöhung von 2,5 % und ein Mindestbetrag von Euro 48.- werden  mit 1.Februar 2018  angehoben,

dies gilt für:

  • die Kollektivvertragslöhne und -gehälter
  • die Ist-Löhne und Ist-Gehälter
  • die ALT-Gehaltssysteme jedoch maximal 75 Euro
  • alle Zulagen und Zuschläge
  • für TransitmitarbeiterInnen

Diese ergibt eine Erhöhung in den unteren Gehaltsgruppen von über 3 %, durchschnittlich konnte eine Gehaltserhöhung von 2,55 % erreicht werden.

​​Verbesserungen für Lehrlinge

Für Lehrlinge konnten wir zusätzlich zur Erhöhung von 2,5 % eine Erhöhung von 100,- Euro in jedem Lehrjahr erreichen.

Früher mehr Urlaub

Alle Beschäftigten die bereits 5 Jahre im Betrieb sind, erhalten einen zusätzlichen Arbeitstag als Urlaubstag.

Verbesserungen für Pflegeberufe

Besonders freut es uns, dass wir für die Pflegeberufe Verbesserungen erreichen konnten.

Die PflegeassistentInnen erhalten mit 1. Oktober 2018 zusätzlich 20,- Euro, und mit 1. Oktober 2019 weitere 10,- Euro monatlich.

Die PflegefachassistentInnen werden in die Verwendungsgruppe 6 eingestuft und erhalten mit 1. Oktober 2018 zusätzlich 30,- Euro, und mit 1. Oktober 2019 weitere 30,- Euro monatlich.

Die Diplomierten KrankenpflegerInnen erhalten mit 1. Oktober 2018 zusätzlich 50,- Euro, und mit 1. Oktober 2019 weitere 50,- Euro monatlich.

Verbesserungen für Teilzeitkräfte 

​Die zuschlagsfreie Mehrarbeit für Teilzeitkräfte wurde massiv reduziert. Jetzt gilt eine einheitliche Grenze von 16 Stunden pro Durchrechnungszeitraum, die ohne Zuschläge ausbezahlt werden darf. So wird der Mehrarbeitszuschlag früher fällig, somit wurde eine langjährige Forderung der Gewerkschaft zwar nicht ganz erfüllt, aber wir haben einen ersten Schritt getan, um die „Pufferstunden“ zu minimieren. Die neue Grenze gilt ab dem nächsten Durchrechnungszeitraum, der nach dem 1. Juli 2018 beginnt.

​​Weitere Verbesserungen im Rahmenrecht

Ausweitung der Dienstverhinderung um einen weiteren Tag, wenn die Hochzeit oder das Begräbnis von nahen Angehörigen mehr als 300 km entfernt ist (gilt ab 1.4.2018)

Ausweitung des Verfalles von Ansprüchen von 6 auf 9 Monate.

Klarstellung, dass Sonderzahlungen auch bei halber Entgeltfortzahlung gebühren.

 

Lohn / Gehaltstabelle für das Pflegepersonal :    (ab 1.Oktober 2018)

Lohn-/Gehaltstabelle Pflegekräfte
Gültig ab 1.10.2018
in Euro        
     
Stufen Jahre PA PFA DGKP
1 1– 2 1.981,30 2.135,80 2.308,30
2 3– 4 2.021,20 2.177,20 2.354,80
3 5– 6 2.079,40 2.240,60 2.423,30
4 7– 8 2.147,70 2.324,40 2.512,40
5 9–10 2.196,90 2.387,70 2.579,70
6 11–12 2.235,50 2.449,50 2.649,20
7 13–14 2.274,50 2.514,30 2.716,40
8 15–16 2.314,40 2.577,70 2.783,60
9 17–18 2.354,50 2.617,40 2.850,80
10 19–20 2.394,50 2.660,20 2.917,80
11 21–22 2.431,90 2.703,00 2.963,20
12 23–24 2.470,70 2.745,40 3.008,20
13 25–26 2.510,80 2.788,10 3.053,60
14 27–28 2.549,70 2.828,10 3.098,80
15 29–30 2.588,40 2.870,80 3.144,00
16 31–32 2.628,30 2.913,30 3.187,80
17 33–34 2.668,50 2.956,00 3.233,20
18 35–36 2.706,90 2.997,60 3.279,50

Arbeitgeber-Forderungen

Forderungen die die Arbeitgeber eingebracht haben, und die wir vereinbart haben:

Die Möglichkeit per Betriebsvereinbarung die Ruhezeit auf 8 Stunden nach einem 12 Stunden-Dienst mit Arbeitsbereitschaft zu kürzen.

Die Möglichkeit per Betriebsvereinbarung die Vorbereitungswoche auch auf einzelne Tage aufzuteilen

Die Möglichkeiten per Betriebsvereinbarung Sonderzahlungen auch vierteljährlich auszuzahlen.

Sonstiges

Klarstellung über die Einstufung von AlltagsbegleiterInnen / AlltagsbetreuerInnen

Klarstellung zur Vollen Erziehung mit verbesserter Bezahlung für Ferienaktionen

Der Kollektivvertrag tritt mit 1. Februar 2018 in Kraft.

Weitere Aktionen, die für den 27. und 28. Februar geplant waren, finden nicht statt.

35 Stunden  Arbeitszeit konnten  heuer im Zuge der Verhandlungen noch nicht erreicht werden – 

wir bleiben dran    !!!!   (siehe Blogbeitrag über 30Stunden)

Gemeinsam stärker werden

Heuer haben wir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir gemeinsam auftreten. Wie in anderen Branchen auch gilt: je mehr Mitglieder wir sind, desto besser ist die Absicherung unserer Rechte, regelmäßige Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen. Wir ersuchen dich daher, die KollegInnen im Betrieb von den Verbesserungen für Sie zu informieren und sie als Mitglied für unsere Gewerkschaft zu gewinnen.

Denn nur gemeinsam sind wir stark!   WIR ZÄHLEN AUF DICH, DENN    MIT DIR – MEHR WIR!!!

Gehaltstabellen und Zulagen des SWÖ-KV 2018  können hier auf unserer BR-Blogseite

so bald als möglich eingesehen werden !

Wir danken für die tolle Unterstützung und schicken liebe Grüße

         Reinhard Bödenauer                    Eva Scherz
stv. Bundesgeschäftsführer          Wirtschaftsbereichssekretärin

Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Geschäftsbereich Interessenvertretung

Alfred-Dallinger-Platz 1, 1030 Wien

Telefon:        +43 (0)50 301 – 21246

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E-Mail:          helga.gergelyfi@gpa-djp.at

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S W Ö – Kollektivvertrag 2018

35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich und Mehrarbeitszuschlag ab der ersten Stunde
Liebe Kollegin,lieber Kollege!
Heute, am 27. November 2017, haben wir gemeinsam mit der Gewerkschaft vida unser Forderungsprogramm für die Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft Österreichs (BAGS) übergeben. Zu Beginn der Forderungsübergabe präsentierte Kollegin Mag.a Alice Niklas die Ergebnisse zur Branchenanalyse. Danach präsentierten wir die ArbeitnehmerInnenforderungen. Zu guter Letzt stellten die Arbeitgeber ihre Forderungen dar. Wie vereinbart fand heute noch keine inhaltliche Diskussion über die Forderungen statt. Die Verhandlungen werden wie geplant fortgesetzt. Die Termine der Kollektivvertragsverhandlungen:
1. Verhandlungsrunde: 7. Dezember
2. Verhandlungsrunde: 11. Jänner
3. Verhandlungsrunde: 25. Jänner

Heute, am 27. November,  beginnen die Kollektivvertragsverhandlungen für mehr als 100.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich mit der Übergabe der Forderungen. Die Gewerkschaften GPA-djp und vida fordern von den Arbeitgebern der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) eine deutliche Erhöhung der Reallöhne und -gehälter und bekräftigen ihre Forderung nach einer Verankerung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich sowie eine Abgeltung des Mehrarbeitszuschlages ab der ersten Stunde.

Arbeitszeitverkürzung hat positiven Effekt auf die Gesundheit

„Erst kürzlich wurde im Rahmen einer gemeinsamen Enquete der Gewerkschaften mit den Arbeitgebern von ExpertInnen untermauert, dass eine Arbeitszeitverkürzung im Gesundheitsbereich nicht nur ein Wunsch der Beschäftigten ist sondern auch nachweislich einen positiven Effekt auf die Gesundheit und somit auf Fehlzeiten durch Krankenstände hätte und auch volkswirtschaftlich positiv wirken würde. Auch bei vollem Lohn- und Personalausgleich würden die Kosten nicht einfach 1:1 steigen, sondern es gebe auch sehr viele positive Effekte – etwa auch für die zu Betreuenden. Eine Reduktion der Arbeitszeit darf jedoch nicht zu einer Verdichtung der Arbeitszeit führen. Der Arbeitsdruck ist in diesem Bereich schon jetzt enorm hoch. Daher ist neben einem vollen Lohnausgleich auch ein voller Personalausgleich sehr wichtig. Durch die Verkürzung der Vollzeit könnte Arbeit umverteilt und Teilzeitbeschäftigte, die länger arbeiten wollen, können ihre Arbeitszeit aufstocken“, so der Verhandlungsführer der GPA-djp, Reinhard Bödenauer.

Abgeltung für erweiterete Kompetenzen durch GUKG-Novelle gefordert

„Wir bekräftigen unsere Forderung, dass sich die erweiterten Kompetenzen, die sich durch die Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) für die Berufsgruppen PflegeassistentInnen, PflegefachassistentInnen, Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerIn und für FachsozialbetreuerInnen und für Dipl. SozialbetreuerInnen ergeben, auch in der Bezahlung niederschlagen müssen“, sagt Michaela Guglberger, vida-Fachbereichssekretärin für Soziale Dienste.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 7. Dezember 2017 statt.

Tiroler KV-Forderungen SWÖ 2018                   (als PDF)      Tiroler Forderungen

Arbeitnehmerforderungen für KV 2018 (als PDF)      Forderungen AN 2018

Arbeitgeberforderungen  für SWÖ-KV   (als PDF)       Forderungen AG 2018

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–  es zahlt sich aus !!  

Der Kollektivvertrag – Garant für soziale Sicherheit

Der Kollektivvertrag (KV) ist ein wichtiges Instrument zur Absicherung der jährlichen Lohnsteigerungen. Auch das 13. und 14. Monatsgehalt ist nur durch den KV abgesichert. Erfolge der vorigen Jahre sind eine bessere Anrechnung von Karenzzeiten, der Papamonat, ein Mindest gehalt von 1.600 Euro und ein zukunftsweisendes Entgeltschema im Handel.

Am Beginn des Berufslebens ist der Kollektivvertrag (KV) für viele Arbeit- nehmerInnen zunächst wenig greifbar. So mancher lernt das zent­rale gehaltspolitische Instrument erst dann so richtig kennen und schätzen, wenn dadurch seine eigenen Rechte verbessert und abgesichert werden. Diese erste Begegnung mit dem KV bleibt den meisten Beschäftigten nachhaltig in Erinnerung.

Der Kollektivvertrag verbessert die Position von ArbeitnehmerInnen in zentralen Bereichen wie Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen oder Entgeltschema“, erklärt der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Dürtscher, der für die Kollektivvertragspolitik verantwortlich ist. Auch wichtige Errungen schaften wie die Sonderzahlungen, die Mindestgehälter und Zuschläge für Überstunden oder erschwerte Arbeitsbedingungen sind in den KVs geregelt und damit rechtlich abgesichert. „Wir brauchen die Kollektivverträge, um zentrale Rechte der ArbeitnehmerInnen, wie zum Beispiel das Ausmaß und die zeitliche Verteilung der Arbeitszeit, branchenspezifisch zu gestalten“, erklärt Dürtscher. „Das Gesetz gibt lediglich die Rahmenbedingungen vor, erst durch Kollektiv verträge und Betriebsvereinbarungen werden die Arbeitsbedingungen konkretisiert.“

In der Praxis ist das harte Arbeit: Die GPA-djp betreut insgesamt rund 170 Kollektivverträge und verhandelt diese regelmäßig neu. „Und glücklicherweise kommen ständig neue KVs hinzu“, so Dürtscher.

Stärkere Position

Der Kollektivvertrag regelt vor allem arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen, die ArbeitnehmerInnen dann nicht mehr individuell mit dem jeweiligen Arbeitgeber verhandeln müssen – diese sind als Rechtsanspruch im Kollektivvertrag festgeschrieben. „Wir regeln über den Kollektivvertrag auch viele Ist-Gehälter, die KV-Abdeckung beträgt in Österreich 98 Prozent“, betont Dürtscher. Das bringt den ArbeitnehmerInnen große Vorteile: So sind z. B. im Einzelhandel in Österreich alle Arbeitsverträge vom Kollektivvertrag erfasst, während in Deutschland nur noch 23 Prozent der Angestellten dieser Branche einem Kollektivvertrag angehören. Entsprechend schwieriger ist dort die Ver- handlungsposition der Beschäftigten.

Aktuell sind die KV-VerhandlerInnen stark mit dem Thema Mindestlohn und -gehalt befasst, der in einer Zeit, in der viele Menschen trotz Vollzeitbeschäftigung armutsgefährdet sind, immer bedeutender wird. „Heuer wurde bereits in weiteren 21 Kollektivverträgen ein Mindestgehalt von 1.500 Euro verankert. In sieben KVs wurden 1.700 Euro als Mindestgehalt durchgesetzt“, erzählt Dürtscher.

Auch die Anrechnung der Karenzzeiten bei den Gehaltsvorrückungen hat sich dank intensiver Verhandlungen verbessert: „Seit Jahresbeginn werden Karenzzeiten in 19 Kollektivverträgen berücksichtigt – darunter so große Bereiche wie die Elektro- und Elektronikindustrie, Mineral-, Papier- und Chemische Industrie, aber auch in der Sozialwirtschaft Österreich und der Textilindustrie. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern“, erklärt Dürtscher. Der Familienzeitbonus „Papamonat“ wurde mit Jahresanfang in neun Kollektivverträgen erfolgreich ver­ankert.

Kräftige Lohnsteigerung erwartet

Für die aktuelle Herbstlohnrunde erwartet sich der stellvertretende GPA-djp-Bundesgeschäftsführer einen deutlich positiven Abschluss der Metaller und kräftige Reallohnsteigerungen für die gesamte Industrie, denn „die drei Parameter Inflationsrate, Wirtschaftsentwicklung und Produktivitätssteigerung zeigen deutlich nach oben.“ Auch im Handel gäbe es gute Umsatzzuwächse. Eine zukunftsweisende Forderung sei die sechste Urlaubswoche, die Dürtscher „als Abtausch für die fortschreitende Arbeitszeitflexibilisierung“ sieht. Auch die Rahmenbedingungen der Teilzeit sollten über die KVs künftig weiter verbessert werden, Dürtscher strebt „lebensphasengerechte Arbeitszeitmodelle“ an.

Für Heidemarie Schreiberhuber, Betriebsratsvorsitzende der Pfeiffer Logistik in Traun, ist der Kollektivvertrag ein bedeutendes Instrument zur Durchsetzung der Interessen der ArbeitnehmerInnen: „Die Verankerung des Mindestlohnes auf Ebene des KV ist in unserer Branche besonders wichtig, weil im Handel sehr viele Frauen arbeiten und der Anteil der Teilzeitbeschäftigten besonders hoch ist. Viele MitarbeiterInnen sind finanziell auf das Weihnachts- und Urlaubsgeld angewiesen, wenn es darum geht, größere Anschaffungen oder Reparaturen zu finanzieren“, weiß die Gewerkschafterin. „Das jährliche Plus ist in unserer Branche deswegen besonders wichtig, weil Frauen seltener selbst eine Lohnerhöhung fordern als Männer. Würde es die regelmäßigen kollektivvertraglichen Erhöhungen nicht geben, würden die Beschäftigten über die Jahre einen saftigen Reallohnverlust erleiden“, ist Schreiberhuber überzeugt.

Zuschläge im KV abgesichert

Trotz teils kraftraubender Verhandlungen blickt Schreiberhuber mit Stolz auf große Erfolge der vergangenen Jahre zurück: „Die volle Anrechnung der Karenzzeiten bei Vorrückungen und ihre Berücksichtigung bei den Vordienstzeiten, Zuschläge für besondere Öffnungszeiten oder Inventur, Sonntagsarbeit oder die Lagerzulage – all dies haben wir in den Kollektivvertrag hineinverhandelt und so für alle KollegInnen abgesichert.“ Als besonderen Erfolg wertet sie das Mindestgrundgehalt von 1.600 Euro brutto für Angestellte mit Einzelhandels- oder kaufmännisch administrativer Lehre. Auch die doppelte Entlohnung plus extra Freizeit für Arbeit am Marienfeiertag im Dezember ist im Handels-KV verankert.

Für Gerhard Grill, den Vorsitzenden des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine Wire Austria in der Steiermark, haben die Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie eine ganz besondere Vorreiterfunktion: „Wir haben einen sehr hohen Organisationsgrad und tun uns daher leichter, gewisse Rechte der ArbeitnehmerInnen im KV zu verankern, als Branchen mit weniger Mitgliedern.“ Aus Sicht des Gewerkschafters wäre eine Lohn- oder Gehaltsfindung ohne das bewährte Instrument des Kollektivvertrages undenkbar. „Der KV hat drei wichtige Funktionen: Erstens die Friedensfunktion, zweitens die Schutzfunktion, die Mindeststandards festschreibt, die ansonsten permanent unterlaufen würden. Drittens die Wettbewerbsfunktion, die für alle Beschäftigten und auch die Arbeitgeber der jeweiligen Branche dieselben Bedingungen herstellt“, erklärt Grill. Gerade diese Wettbewerbsfunktion des KV sei auch für Arbeitgeber interessant, denn sie bringe mehr Fairness bei der Besetzung von Positionen.

Beeindruckende Verbesserungen

Der Kollektivvertrag hat den Beschäftigten in der Metallindustrie in den vergangenen Jahrzehnten einige beeindruckende Verbesserungen gebracht: „Die Umstellung der Vorrückungen mit gleichzeitiger Verteiloption hat den Beschäftigten mehr Gerechtigkeit gebracht“, erklärt Grill. Diese Verteilerfunktion ist im KV verankert und deswegen besonders wichtig, weil außerordentliche individuelle Gehaltserhöhungen immer schwieriger zu erreichen sind und es dennoch eines Topfes für Belohnungen bedürfe.

Die Marschrichtung für den Herbst ist für Grill klar: „Alle schauen bei den Kollektivvertragsverhandlungen auf uns Metaller. Wir dürfen nicht denselben Fehler machen wie die Gewerkschaften in Deutschland, die über viele Jahre bei den Lohnforderungen zu zurückhaltend waren. Wenn die Wirtschaft anzieht, dann müssen auch die Löhne anziehen“, betont Grill die Wichtigkeit einer ordentlichen Lohnerhöhung. Langfristig zählt für den Gewerkschafter neben dem ausgehandelten Prozentsatz – der vor allem medial wichtig sei – aber vor allem das Rahmenrecht des Metaller-KV: „Das Urlaubsrecht und die Dienstreiseregelungen müssen dringend neu strukturiert werden – das hat volkswirtschaftlich eine sehr große Bedeutung“, ist Grill überzeugt.

Der Kollektivvertrag im Sozialbereich ist noch ziemlich jung. Monika Fließer, Betriebsratsvorsitzende der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH in Graz sieht die Bedeutung des KVs in dem nun – mit Ausnahme von Vorarlberg – österreichweit einheitlichen Gehaltsniveau: „Vor 2005 hat es viele unterschiedliche Lohntabellen gegeben – ein paar waren gut, die meisten hatten allerdings eine miserable Höhe. Der Kollektivvertrag hat eine Einheitlichkeit geschaffen, von der die Beschäftigten profitieren.“ Vor Inkraft-Treten des Kollektivvertrages gab es unterschiedliche entgeltliche Vereinbarungen, die zwischen den jeweiligen Dienstgebern und dem Betriebsrat abgeschlossen wurden. Der KV gibt nun einheitliche Rahmenbedingungen vor, die Beschäftigten wissen, mit wie viel Entgelt sie definitiv rechnen können. „Leider bleibt es beim Mindestgehalt, die DienstgeberInnen sind nicht wie in anderen Branchen bereit, überkollektivvertraglich zu entlohnen“, ist Fließer enttäuscht.

KV hat riesige Bedeutung

Für die KollegInnen im Sozialbereich hat der KV eine wirklich riesige Bedeutung, er sichert die jährlichen Erhöhungen inklusive der Biennalsprünge, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Zulagen aller Art ab“, erklärt Fließer. Berechnungen haben gezeigt, dass sich für Angestellte der Verwendungsgruppe 6, in der sich die meisten Beschäftigten befinden, seit 2005 eine ca. 50-prozentige Erhöhung der Bruttobezüge ergeben hat. „Darauf sind wir stolz“, betont die Verhandlerin und warnt vor politischen Tendenzen, alles auf die betriebliche Ebene zu verlagern. Einzelne Betriebsratskörperschaften könnten nie so stark sein wie alle zusammen: „Gäbe es unterschiedliche Regelungen in den Betrieben, kämen diese enorm unter Druck, was sich wieder negativ auf die Beschäftigten auswirken würde.“

Eine der größten Errungenschaften der vergangenen Jahre ist für Fließer das amtliche Kilometergeld, das für dienstliche Fahrten ausbezahlt wird: „Das ist für viele Beschäftigte eine wichtige Einkommenskonstante.“ Auch die im KV festgelegte einheitliche Arbeitszeitregelung hätte in der Branche – vor allem im stationären Bereich – sehr viel Ruhe gebracht. „Der KV schreibt vor, dass eine ArbeitnehmerIn eine bestimmte Anzahl an Wochenenden im Durchrechnungszeitraum frei haben muss, Dienstpläne müssen so rechtzeitig erstellt werden, dass die KollegInnen Privates planen können“, erklärt Fließer.

Rechte des Mobilen Dienstes gestärkt

Auch die Rechte der MitarbeiterInnen des Mobilen Dienstes konnten kollektivvertraglich gestärkt werden: Seit 1.2.2017 wird – beim geteilten Dienst – die Heimfahrt während der Mittagspause als Arbeitszeit angerechnet, auch Kilometergeld wird vergütet. „Für unsere MitarbeiterInnen ist das ein echter Gewinn“, so Fließer.

Der Sozialbereich hat noch viel vor: „Wir wollen eine 35-Stunden- Woche, um ein Gehaltsplus von acht Prozent für die Beschäftigen zu erreichen“, so Fließer. Viele MitarbeiterInnen mit geringem Beschäftigungsausmaß würden derzeit an der Armutsgrenze leben. „Diese KollegInnen – vor allem jene im Mobilen Bereich – würden gerne mehr arbeiten. Von einem 15-Stunden-Job kann man langfristig nicht leben“, so die Gewerkschafterin. Neben einem Mindestgehalt von 1.700 Euro setzt sich Fließer auch für eine bessere kollektivvertragliche Anrechnung von Vordienstzeiten ein.

Gesundheit und Soziales: GPA-djp und vida fordern deutliche Erhöhung der Realeinkommen und Arbeitszeitverkürzung

Gesundheit und Soziales: GPA-djp und vida fordern deutliche Erhöhung der Realeinkommen und Arbeitszeitverkürzung

35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich im Kollektivvertrag verankern

Wien (OTS) – Beim heutigen Start der Kollektivvertragsverhandlungen für mehr als 100.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich (SWÖ) forderten die Gewerkschaften GPA-djp und vida eine deutliche Erhöhung der Reallöhne und -gehälter und die Verankerung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich im Kollektivvertrag.

„Im Gesundheitsbereich, wo die Krankenstandsquoten aufgrund verschiedener Belastungsfaktoren höher sind als in anderen Branchen, haben kürzere Arbeitszeiten einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Beschäftigten und damit auf die Fehlzeiten. Die physischen und psychischen Belastungen sinken und die Beschäftigten bleiben gesünder und leistungsfähiger. Das bedeutet, dass auch bei vollem Lohn- und Personalausgleich die Kosten nicht einfach 1:1 steigen würden“, erklärt der stv. Geschäftsbereichsleiter der GPA-djp, Reinhard Bödenauer.

74 Prozent der Männer aber nur 33 Prozent der Frauen im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiten Vollzeit. Durch die Verkürzung der Vollzeit wird die Arbeit umverteilt und Teilzeitbeschäftigte, die länger arbeiten wollen, können ihre Arbeitszeit aufstocken. „Was nicht passieren darf, ist, dass dieselbe Anzahl von Beschäftigten in kürzerer Zeit dieselbe Arbeit erledigt und es so zu einer weiteren Arbeitsverdichtung kommt. Denn schon jetzt ist der Arbeitsdruck in diesem Bereich sehr hoch“, ergänzt Michaela Guglberger, vida-Fachbereichssekretärin für Soziale Dienste.

Wichtig für die heurigen KV-Verhandlungen ist, dass sich die erweiterten Kompetenzen, die sich durch die Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG-Novelle 2016) für die Berufsgruppen PflegeassistentInnen, PflegefachassistentInnen, Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerIn und für FachsozialbetreuerInnen und für Dipl. SozialbetreuerInnen ergeben, auch in der Bezahlung niederschlagen müssen. Die Verhandlungen mit der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ, vormals BAGS) werden am 5. Dezember fortgesetzt.

GuKG Novelle 2016

Per 01.09.2016 traten einige Paragraphen der GuKG-Novelle 2016 in Kraft, welche besonders die Tätigkeits- bzw. Kompetenzbereiche der Pflegemit -arbeiterInnen betreffen.

Gesund-Sozial_3_16   Magazin der FGV  – thematisiert GUKG

Empfehlung_GuKG-Novelle_2016
 Information_Gesundheitsberufe_BR_GuKG-Novelle2016

GuKG, Fassung vom 04.11.2016

Mazal.pdf   Einschätzung von Dr. Wolfgang Mazal Sozial-Medizinrechtler

„Pfiat-di-Gott-Steuer“

ArbeitnehmerInnen müssen selbst zahlen, dies ist aber rechtswidrig  !!!

GPA-djp Tirol deckt auf: Dienstgeber verlangen bei einvernehmlichen Auflösungen Auflösungsabgabe

Immer wieder kommt es  bei der GPA-djp Tirol zu arbeitsrechtlichen Anfragen bei Auflösung von Dienstverhältnissen. „Die im Jahr 2013 eingeführte Auflösungsabgabe von Dienstverhältnissen in der Höhe von 118 Euro wird bei einvernehmlichen Auflösungen von Dienstverhältnissen von mehreren Tiroler ArbeitgeberInnen einbehalten. Wie uns berichtet wurde, kommt es nur dann zur einvernehmlichen Auflösung, wenn sich ArbeitnehmerInnen verpflichten, dem Dienstgeber die Auflösungsabgabe zu ersetzen. Das ist ein dubioses und rechtswidriges Verhalten. Ich bin über diesen Diebstahl fassungslos. Wir bieten allen Betroffenen volle Unterstützung bei der Rückforderung der 118 Euro Auflösungsabgabe an“, sagt Harald Schweighofer, Regionalgeschäftsführer der GPA-djp Tirol.

Vorgehen entspricht in keiner Weise den arbeitsrechtlichen Normen
Dass von den ArbeitnehmerInnen die Auflösungsabgabe verlangt wird, entspricht in keiner Weise den arbeitsrechtlichen Normen. Es handelt sich um eine Dienstgeberabgabe, die von der TGKK eingehoben wird und dem AMS-Budget zu Gute kommt. Zu Beginn der Einführung 2013 und schon beim Beschluss der Bundesregierung 2012 wurde die Abgabe Parkgebühr für das Arbeitsamt, Kündigungspönale, Stempleraufschlag, AMS-Abgabe oder „Pfiat-di-Gott-Steuer“ genannt. Vom AMS werden die Mehreinnahmen als Lenkungsmodell für den Arbeitsmarkt verwendet und kommen gerade älteren ArbeitnehmerInnen zu gute.
Ziel: Zwischenparken von ArbeitnehmerInnen beim AMS zurückdrängen
In Österreich gibt es pro Jahr in etwa 500.000 Kündigungen oder einvernehmliche Auflösung von Dienstverhältnissen. Bei einer Selbstkündigung von DienstnehmerInnen fällt keine Auflösungsabgabe an. Das arbeitsmarktpolitische Ziel war, dass ein kurzfristiges „Zwischenparken von ArbeitnehmerInnen beim AMS“ zurückgedrängt und ArbeitgeberInnen ermutigt werden sollten, ihr Personal auch bei Auftragsschwankungen weiter zu beschäftigen. „Mit diesem dreisten Vorgehen wird dieses Ziel ganz klar verfehlt. Von jenen, die sich beruflich verändern wollen und selbst kündigen, wird bei der Anfrage um eine einvernehmliche Auflösung die Abgabe von 118 Euro verlangt. Ansonsten wird das Dienstverhältnis nicht einvernehmlich aufgelöst“, erzählt Schweighofer.

GPA-djp bietet Hilfe für Betroffene: Hotline +435030121113
Die GPA-djp Tirol bietet allen Betroffenen volle Unterstützung bei der Rückforderung der 118 Euro Auflösungsabgabe an. „Egal ob Mitglied oder Nichtmitglied, alle können sich bei uns unter der Telefonnummer +435030121113 melden, damit diese Praxis künftig aus dem Alltag verschwindet“, schließt Schweighofer.

Wann ist die Auflösungsabgabe zu entrichten?
Keine Auflösungsabgabe ist zu entrichten:
–        bei jeder Beendigung einer geringfügigen Beschäftigung, da kein arbeitslosenversicherungspflichtiges Dienstverhältnis vorliegt,
–        bei einer Auflösung in der Probezeit,
–        wenn das Dienstverhältnis längstens 6 Monate befristet war,
–        bei Arbeitnehmer-Kündigung,
–        bei vorzeitigem Austritt ohne wichtigen Grund,
–        beim vorzeitigen Austritt aus gesundheitlichen Gründen,
–        bei einvernehmlicher Auflösung nach Vollendung des Regelpensionsalter mit Pensionsanspruch (Frauen mit Vollendung des 60. Lebensjahres/Männer mit Vollendung des 65. Lebensjahres),
–        bei einvernehmlicher Auflösung mit Sonderruhegeldanspruch,
–        bei gerechtfertigter Entlassung,
–        bei Auflösung von Lehrverhältnissen,
–        bei Auflösung von verpflichtenden Ferial- oder Berufspraktika,
–        bei unmittelbarem Wechsel im Konzern,
–        bei Tod des Arbeitnehmers,
–        wenn ein Anspruch auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension besteht,
–        wenn das Dienstverhältnis nach § 25 Insolvenzordnung gelöst wird.

Die Auflösungsabgabe ist in allen anderen Fällen zu entrichten, in denen ein Dienstverhältnis endet, also
–        bei Zeitablauf (Befristungen) nach über 6 Monaten,
–        bei einvernehmlicher Auflösung nach der Probezeit, außer es besteht ein Pensionsanspruch nach Regelpensionsalter (60./65. Lebensjahr) oder Sonderruhegeldanspruch,
–        bei Arbeitgeberkündigung, aus welchen Gründen auch immer, auch trotz Wiedereinstellungszusage
–        bei ungerechtfertigter Entlassung,
–        bei berechtigten vorzeitigen Austritten, ausgenommen Gesundheitsaustritte

Evaluationsbericht BAGS – KV (Endfassung)

Evaluation des BAGS Kollektivvertrags


 

Etwa 10 Jahre nach seinem ersten Abschluss wurde der BAGS Kollektivvertrag erstmals einer umfassenden Evaluation unterzogen. Die Studie wurde von der Sozialökonomischen Forschungsstelle (SFS) von 2012 bis 2103 durchgeführt, die Ergebnisse wurden bei der Veranstaltung 10 Jahre BAGS Kollektivvertrag – Eine Erfolgsgeschichte am 3. Juli 2014 in Wien präsentiert und diskutiert.

Endbericht_BAGS-Evaluation