Wiedereingliederungsteilzeit (WIETZ)

Was ist die Wiedereingliederungsteilzeit?

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben sind, können Sie mit Ihrem/r ArbeitgeberIn eine Wiedereingliederungsteilzeit vereinbaren. Dabei wird ihre Arbeitszeit reduziert und ein Umfeld geschaffen, um Ihnen eine optimale Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen und ihre Gesundheit langfristig zu erhalten.

Paragraph-SymbolWas sind die Voraussetzungen?

Voraussetzung für den Antritt ist ein zu Beginn der Wiedereingliederungsteilzeitseit mindestens 3 Monaten bestehendes privatrechtlichen Dienstverhältnisses, sowie ein mindestens 6-wöchiger durchgehender Krankenstand vor Antritt der Wiedereingliederungsteilzeit.

Wie kann mir fit2work bei der Wiedereingliederungsteilzeit helfen?

Im Rahmen der Beratung bei fit2work unterstützen unsere erfahrenen BeraterInnen und ArbeitsmedizinerInnen Sie und Ihre/n ArbeitgeberIn dabei, eine auf Ihren Gesundheitszustand und Ihre Bedürfnisse abgestimmten Wiedereingliederungsplan zu erarbeiten. Dieser ist die Basis für die Wiedereingliederungsvereinbarung, die zwischen Ihnen und dem/r ArbeitgeberIn abgeschlossen wird. Muster für Wiedereingliederungsplan und –vereinbarung finden Siehier.

Finanzielles

Dem/r ArbeitnehmerIn gebührt während der Wiedereingliederungsteilzeit, abhängig vom Ausmaß der Arbeitszeitreduktion, ein aliquotes Entgelt. Darüber hinaus kann beim zuständigen Krankenversicherungsträger Wiedereingliederungsgeld beantragt werden. Berechnungsgrundlage dafür ist das erhöhte Krankengeld in der Höhe von 60% der Bemessungsgrundlage (meist das Gehalt). Das Wiedereingliederungsgeld gebührt anteilig entsprechend der Normalarbeitszeit.

Kontakt

Die fit2work BeraterInnen in ganz Österreich stehen Ihnen bei Fragen zur Wiedereingliederungsteilzeit gerne zur Verfügung: Kontakt für Personen

Info fit 2 work:   http://fit2work.at/

Gesundheit und Soziales

Mobbing
 Viele ArbeitnehmerInnen klagen über Konflikte, die das Arbeitsleben vergiften, die Freude am Job vermiesen, jede Motivation töten und bis ins Privatleben nachwirken. Unbewältigte Konflikte können im Extremfall sogar krank machen. Dabei gibt es ein paar ganz einfache Regeln für den richtigen Umgang mit Konflikten im Betrieb.
Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz kommen täglich vor – zwischen Arbeitskollegen genauso wie zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Das ist „normal“ und weder gut noch schlecht. Üblicherweise werden die Streitereien durch Kompromisse gelöst. Werden Konflikte jedoch nicht aufgegriffen, bleiben Missverständnisse zurück. Diese können im schlimmsten Fall zu Mobbing-Übergriffen im Betrieb führen. 
Broschüre des Betriebsrat – Mobbing_am_Arbeitsplatz  (als PDF)

 

Dienstverhinderung / Pflegefreistellung

Erkranken nahe Angehörige oder liegen andere vom Gesetz anerkannte wichtige persönliche Gründe vor, dürfen Sie unter folgenden Voraussetzungen der Arbeit fernbleiben und erhalten trotzdem Entgelt von Ihrem Arbeitgeber:
A) Pflegefreistellung
Unter welchen Voraussetzungen haben Sie Anspruch auf Pflegefreistellung („Pflegeurlaub“)?
Anspruch auf Pflegefreistellung haben Sie,
■ wenn Sie wegen der notwendigen Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden nahen Angehörigen (=Krankenpflegefreistellung) nachweislich an der Arbeitsleistung verhindert sind; handelt es sich um Ihr leibliches Kind (Wahl- oder Pflegekind) ist ein gemeinsamer Haushalt nicht erforderlich! ODER
■ wenn Sie wegen der notwendigen Betreuung Ihres gesunden Kindes (Wahl- oder Pflegekindes) oder eines im gemeinsamen Haushalt lebenden leiblichen Kindes Ihres Ehegatten, eingetragenen Partners oder Lebensgefährten an der Arbeitsleistung verhindert sind, weil jene Person, die das Kind ständig betreut,aus schwerwiegenden Gründen (zB Tod, Aufenthalt in einer Heil- oder Pflegeanstalt, schwere Erkrankung) ausgefallen ist (= Betreuungsfreistellung);
ODER
■ wenn Sie wegen der Begleitung Ihres erkrankten Kindes (Wahl- oder Pflegekindes) oder eines im gemeinsamen Haushalt lebenden leiblichen Kindes des anderen Ehegatten, des eingetragenen Partners oder Lebensgefährten bei einem stationären Aufenthalt in einer Heil- und Pflegeanstalt, an der Arbeitsleistung verhindert sind, sofern das Kind das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat (also bis zum 10.Geburtstag).
Krankenhausbegleitung eines über 10-jährigen Kindes im Krankenhaus ist dann möglich, wenn dies aus objektiven Gründen notwendig ist. Beispiel: ärztliche Bestätigung, dass die Anwesenheit für die Genesung des Kindes erforderlich ist.
Welche Angehörigen sind nahe Angehörige?
Nahe Angehörige im Sinne der Pflegefreistellung sind

■ der Ehegatte, der eingetrage Partner und der Lebensgefährte
■ Kinder, Wahl(= Adoptiv)- und Pflegekinder, Enkel und Urenkel
■ Eltern, Groß- und Urgroßeltern
■ im gemeinsamen Haushalt lebende leibliche Kinder des anderen Ehegatten, eingetragenen Partners oder Lebensgefährten

Haben Sie alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen um
die Arbeitsverhinderung zu vermeiden, dürfen Sie wegen
der notwendigen Pflege eines nahen Angehörigen von
der Arbeit fernbleiben.
Wie lange haben Sie Anspruch auf Pflege­freistellung?
Pflegefreistellung besteht im Ausmaß einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit („eine Woche“) pro Arbeitsjahr. Arbeiten Sie zB 27 Stunden pro Woche, sind dies 27Stunden Pflegefreistellung pro Arbeitsjahr. Je nach Erfordernis kann die Pflegefreistellung wochen-,
tage- oder stundenweise in Anspruch genommen werden.

■ Für alle drei „Pflegefreistellungsarten“ steht Ihnen insgesamt nur eine Woche zu!
■ Der Pflegefreistellungsanspruch besteht pro Arbeitsjahr und nicht pro Kind oder pro Angehörigem!
Wann liegt ein gemeinsamer Haushalt vor?
Ein gemeinsamer Haushalt liegt vor, wenn zwischen Ihnen und dem nahen Angehörigen eine Wirtschafts- und Wohngemeinschaft besteht. Bloßes Nebeneinanderwohnen reicht nicht. Die polizeiliche Meldung alleine ist nicht entscheidend.
Wann müssen Sie die Pflegefreistellung melden?
Wie ist sie nachzuweisen?
Sie müssen Ihren Arbeitgeber unverzüglich, d.h. so schnell es Ihnen möglich ist, informieren. Das Gesetz sieht keine bestimmte Art des Nachweises vor. Sie können wählen,wie Sie den Nachweis erbringen. Verlangt Ihr Arbeitgeber einen bestimmten Nachweis, zB. eine ärztliche Bestätigung,so hat er die damit verbundenen Kosten zu tragen.
Welches Entgelt bekommen Sie während der Pflegefreistellung?
Sie erhalten das Entgelt, das Sie bekommen hätten, wenn Ihre Arbeitsleistung nicht wegen der Inanspruchnahme der Pflegefreistellung ausgefallen wäre (Ausfallsprinzip).
Wann haben Sie Anspruch auf eine zweite Woche Pflegefreistellung?
Anspruch auf eine zweite Woche Pflegefreistellung innerhalb eines Arbeitsjahres haben Sie, wenn Sie wegen der notwendigen Pflege Ihres unter zwölfjährigen, erkrankten Kindes (Wahl- oder Pflegekindes), erneut an der Arbeitsleistung verhindert sind und aufgrund anderer Bestim-
mungen kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung wegen Dienstverhinderung besteht

(siehe Punkt B).
Ist der Anspruch auf Pflegefreistellung ausgeschöpft und besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung aus sonstigen wichtigen Gründen, können Sie wegen der notwendigen Pflege Ihres unter zwölfjährigen, erkrankten Kindes (Wahl- oder Pflegekindes) Urlaub ohne vorherige
Vereinbarung mit dem Arbeitgeber antreten (soweit Sie noch offenen Urlaub haben).
Den Anspruch auf die zweite Woche Pflegefreistellung sowie Urlaubsantritt ohne Vereinbarung haben ArbeitnehmerInnen auch für im gemeinsamen Haushalt lebende leibliche Kinder ihres Ehegatten, ihres eingetragenen Partners oder ihres Lebensgefährten.
Achtung:
Der Anspruch auf eine zweite Woche besteht nur dann, wenn das Kind erneut erkrankt. Nicht jedoch, wenn es zwei Wochen durchgehend krank ist!
B) Dienstverhinderung aus anderen wichtigen Gründen
Ist ein Arbeitnehmer aus wichtigen persönlichen Gründen für verhältnismäßig kurze Zeit unverschuldet an der Dienstleistung verhindert, behält er seinen Anspruch auf das Entgelt. Diese Regelung kann zum Nachteil von Angestellten nicht geändert werden.
Für Arbeiter ist eine Einschränkung oder Aufhebung dieser Bestimmung durch den Kollektivvertrag möglich.Geht ein Arbeiter beispielsweise wegen akuter Schmer-
zen während der Arbeitszeit zum Arzt, ist anhand des anzuwendenden Kollektivvertrags zu prüfen, ob ihm für diese „Arztstunden“ Entgelt vom Arbeitgeber zu zahlen ist oder nicht.
Ausnahme: Ist ein Arbeiter persönlich von einer Katastrophe betroffen und kommt deshalb nicht/nicht rechtzeitig zur Arbeit, so muss der Arbeitgeber jedenfalls das volle Entgelt weiterzahlen.
Wenn Sie also beispielsweise im Fall eines Hochwassers Maßnahmen ergreifen müssen, um Ihr Haus zu schützen.
Dienstverhinderungen müssen dem Arbeitgeber umgehend mitgeteilt werden. Ist eine Dienstverhinderung vorhersehbar, ist sie dem Arbeitgeber anzukündigen, damit dieser Vorkehrungen treffen kann.
Viele Kollektivverträge sehen für bestimmte Dienstverhinderungen pauschalierte Zeiten vor (zB drei Arbeitstage für die eigene Hochzeit gemäß Kollektivvertrag für Handelsangestellte).
Was sind „wichtige persönliche Gründe“?
Wichtige persönliche Gründe (sog. Dienstverhinderungsgründe) sind zum Beispiel familiäre Pflichten (Hochzeit von Kindern, Begräbnisse von Angehörigen, Pflegeerkrankter Angehöriger,…), öffentliche Pflichten (Vorladungen vor Behörden, Ämter und Gerichte,…)
oder Elementarereignisse (Schneeverwehungen, Stürme, Hochwasser etc.).
/Ambulanzbesuche sind nur dann Dienstverhinderungen,wenn sie außerhalb der Arbeits-
zeit nicht möglich sind (zB. Aufsuchen eines Arztes während der Dienstzeit wegen akut auftretender Schmerzen).
C) Familienhospizkarenz
Die Familienhospizkarenz kann eine Änderung der Lage der Normalarbeitszeit (zB Änderung der Arbeitszeit von 8.00-15.00 Uhr auf 9.00 – 16.00 Uhr) bedeuten oder die Verringerung der Arbeitszeit oder gänzliche Freistellung vom Arbeitsplatz, um einen nahen Angehörigen im Ster-
ben zu begleiten bzw ein im gemeinsamen Haushalt lebendes schwerst erkranktes Kind (Wahl- oder Pflegekind oder das leibliche Kind des Ehegatten, des eingetragenen Partners oder Lebensgefährten) zu betreuen. Sie kann maximal sechs Monate bzw. 9 Monate (Begleitung
eines schwerst erkankten Kindes) insgesamt dauern.
Zu den nahen Angehörigen zählen:
■ Ehegatten, eingetragene Partner und Lebensgefähr-
ten
■ Kinder, Wahl- oder Pflegekinder, (Ur)enkel
■ Eltern und (Ur)großeltern
■ Geschwister, Schwiegereltern und Schwiegerkinder
■ Wahl- und Pflegeeltern
■ leibliche Kinder des Ehegatten, des Lebensgefährten
sowie des eingetragenen Partners.

Wichtige Info
In diesem Artikel können wir nur die allgemeinen Bestimmungen erklären, die konkrete Rechtslage in Ihrem Fall kann Ihnen verlässlich nur in einem Beratungsgespräch erläutert werden.

Wendet euch an den Betriebsrat !!!

 

Ausgabe: April 2015
Medieninhaber: Betriebsrat des Verein WIR
Für den Inhalt verantwortlich:
Joe Haratzmueller
6065Thaur
Kaponsweg 1a

Tel. Nr.: 0676 – 9574211